Hanjo Weller (Teil 2, aus “Sechzig Momente”, S.75)

… Weller, leider nur zwei Spielzeiten im Löwendress zu bestaunen, verkörperte einen Spielertypus, der heute im Begriff ist, auszusterben. Den klassischen Spielmacher, der im modernen Fußball immer mehr spiel-, zweikampf- und laufstarken Sechsern weichen muss.
Weller war in vielen Spielen, die ich von ihm sah, genial. Einer, dem der Ball gehorchte. Der den Blick immer nach vorne und nie zu Boden gewandt hatte. Der aus dem Fußgelenk heraus – ähnlich wie Günter Netzer – sensationelle Bälle über 30, 40 Meter zu spielen imstande war, die dann auch noch zentimetergenau ankamen. Der Norddeutsche, über die Stationen Kiel, Göttingen und Hannover zu Sechzig gekommen, war zudem enorm torgefährlich (25 Tore in 58 Spielen für 1860!), besaß einen satten Linksschuss und – wenn es darauf ankam – durchaus auch ausreichende Kämpferqualitäten, verbunden mit einem außerordentlich guten Stellungsspiel. Als er in der 74. Minute für Timo Zahnleiter das Spielfeld verließ, ging mit ihm auch ein großes Stück an spielerischer Klasse und filigraner Spielweise bei den Löwen. ….  Fortsetzung folgt!

Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Als Hanjo Weller mit Mario Kempes Tango tanzte …

In Zeiten allertiefster Löwenblues-Depression mag die Erinnerung an einen filigranen Techniker und Kämpfer, der leider nur zwei Jahre lang das blaue Trikot trug, ein klitzekleiner Nostalgietrost sein … Auch die Erinnerung an ein ganz besonderes Löwenspiel im Juni 1974, natürlich im Sechzger Stadion.
9. Moment aus “Sechzig Momente”:
18 000 Augenzeugen der Partie zwischen dem TSV 1860 München und der argentinischen Nationalmannschaft erlebten kurz vor der WM ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und technisch hochstehendes Testspiel, das eine restlos überzeugende Löwenmannschaft nur sehr unglücklich und knapp mit 0:1 durch einen Treffer von Balbuena, der zudem durch einen Fangfehler von Keeper Dautbegovic begünstigt worden war, verlor. Die “Gauchos” zeigten sich sichtlich überrascht von der Spielkultur der Sechziger, in deren Reihen letztmals der zum VFB Stuttgart wechselnde Hans Joachim Weller stand.
Und was dieser Weller, an diesem Tag wieder auf seiner angestammten Zehner-Position, im Mittelfeld auf den Rasen zauberte, das war allererste Sahne und manchmal ohne Übertreibung noch argentinischer als das technisch blitzsaubere Spiel der Südamerikaner.
Fortsetzung folgt …
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Die echten Tränen des Chris Schindler

Doch, diese Bilder von unserem Kapitän, wie er schluchzend nach Spielende von Co-Trainer und Pressesprecherin getröstet werden muss, tun einem Blauen schon in der Seele weh. Chris Schindler ist seit seiner Kindheit ein Löwe und er leidet wie wir alle an dieser kaum noch erträglichen sportlichen Misere. Diese Tränen sind echt.
Und doch frage ich mich schon, wie es sein kann, …
dass wir es uns erlauben können, Spieler wie Vallori, Leonardo oder Volz, die bei nicht wenigen Zweitligisten spielen würden, nicht einmal in den Kader zu nominieren und dennoch – vom Fürth-Spiel einmal abgesehen – solch eine unterirdische Saison hinzulegen.
Mit Laufwegen, die nach 10 Spieltagen und mehreren Länderspiel-Pausen immer noch nicht einstudiert und automatisiert wirken. Mit einer aufreizend lässigen, nachlässigen und überheblichen Spielweise, die so nicht einmal für den Klassenerhalt reichen wird.
Als Löwenfan bist du ja seit 2004 schon wirklich hart im Nehmen, aber dieses Jahr könnte zum absoluten Horror werden, wenn sich die Mannschaft nicht endlich am Riemen reißt.
Einer wie Chris Schindler hat es verdient, von anderen Mitspielern aus dem emotionalen Tief wieder herausgezogen zu werden. Zeigt endlich, dass ihr eine Einheit seid!
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Was soll das eigentlich noch mit Profifußball zu tun haben?

Anstoß in Aue. Anstoß 1860 München. Ein schöner, sonniger Herbsttag im idyllischen Ambiente des Erzgebirges. Wenige Tage nach der großen Kinopremiere der Sky-Doku.
Nach sechzig Sekunden zwei Ecken für Aue. Nach 90 Sekunden 0:1. Nach fünfzehn Minuten 0:3. Aue zuvor mit sechs Treffern in neun Spielen …
Was soll das eigentlich noch mit Profifußball zu tun haben?
Wojtkowiak, ein polnischer Nationalspieler, der immerhin im Kader gegen Deutschland stand, erneut vogelwild. Von jeder noch so lächerlichen Finte düpiert. Alle drei Tore fielen über seine Seite. Und dennoch darf der 45 Minuten lang sein Unwesen treiben. Schindler, der neue Kapitän. Immer zwei Gedankenticks zu langsam, um innen Schlimmeres zu verhindern. Kagelmacher mit gutem Spielaufbau, aber kein Mann für Liga 2, in der du auch mal ein enges Kopfballduell gewinnen solltest. Adlung, Weigl (wer bitte soll für den bereit sein, 5 Millionen zu zahlen???) und Sanchez nicht auf dem Platz. Und unser Trainer? Nach zwei Pleiten gegen die Fußballmonster Aalen und Aue schon “verbrannt”. Warum lässt der einen Bülow, der gegen Fürth unser einziger Abwehr-Stabilisator war, 90 Minuten lang auf der Bank? Warum schickt der nicht seine komplette Ersatzbank – wie es ein Frank Kramer gegen uns bei einem 0:1-Rückstand nach 30 Minuten tat – spätestens nach dem 0:3 zum Warmmachen an die Linie?
Diese Mannschaft sollte sich schon mal kritisch hinterfragen, was das Ganze eigentlich noch mit Profifußball zu tun haben soll? Man schämt sich als Fan. Und ihr?
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Ein Sechzger sein … (Aus “Sechzig Momente”)

Eine kleine Anekdote aus “Sechzig Momente”:
Eine Leserin meines Buches vom “Löwenleo” ließ mir im November 2011 diese Zeilen zukommen: “Meine Freundin hat ihrem Sohn erklärt, dass in Bayern der Nikolaus schon am 5.12. abends kommt. Woraufhin ihr rot angehauchter Sprößling am nächsten Tag im Kindergarten stolz verkündet: Zu uns Bayern kommt heute schon der Nikolaus. Worauf mein Sohn leicht geknickt sagt: Ach, schad. Dann kommt er zu mir nicht.
Ich bin und bleib nämlich ein echter Sechzger!”

Gibt es noch einen größeren Liebesbeweis, als diese tiefe kindliche Treue, die auch wir Löwenfans im gesetzteren Alter immer noch ganz fest in uns tragen und nie mehr hergeben? …
Dieses “ein Sechzger sein und bleiben” als Zeichen der eigenen Kruppstahl-Fanhärte gerade in Zeiten, in denen ROT stimmungslos – gnadenlos die Medienlandschaft dominiert, seziert und regiert. Mit eigenem Fernsehkanal und sozialem Netzwerk. Mit all den Beckenbauers, Hitzfelds, Effenbergs, Scholls, Kahns, Helmers und Struuuunzs dieser rot manipulierten Co-Kommentatorenwelt. …… Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, mitten in all dieser roten Einheitsbrei-Welt dennoch etwas nie aufgegeben zu haben und selbst im größten Löwenblues nie aufgeben zu werden:
Den Stolz, ein echter Sechzger zu sein, wie der kleine Kindergartenknirps.

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Sechzig Momente

Dieses Buch, das im November erscheinen wird, möchte 1860 München von einer ganz anderen Warte zeigen:
Weit weg von der oft so einseitigen und auch polemisierenden öffentlichen Wahrnehmung der vermeintlichen Skandalnudel, soll der Blick neu auf die vielen magischen und einzigartigen Momente gerichtet werden, die uns Freunde und Fans atemraubend fasziniert und nie mehr losgelassen haben.
Auf das “Gänsehaut-Sechzig München”, das eine unglaubliche, tiefe Leidenschaft in sich birgt, um die es die gelangweilten Dauer-Erfolgsfans aus der “Bayern-München-Bundesliga-Einkaufsrepublik” doch so sehr beneiden.
“Sechzig Momente” weckt nachhaltige Erinnerungen an besondere Spielmomente, unvergessliche und auch vergessene Spieler sowie an wunderbare Begegnungen der Menschen im Löwenrudel.
Angereichert mit emotionalen Beiträgen echter Zeitzeugen wie
Meisterlöwe Manni Wagner, die Allesfahrer Franz Hell und Gerald Eichinger, den Fanbeauftragter und Löwenbomber Axel Dubelowski, Fanclubvorstand Klaus Kämpf, BILD-Journalist Waldi Peter, SWR-Redakteur Uli Zwerenz und Profi Kai Bülow, zeichnet es ein liebenswertes Bild eines grandiosen Traditionsvereins, dessen Fans in all der roten Einheitsbrei-Welt eines nie aufgegeben haben und nie aufgeben werden:
Den Stolz, ein echter Sechzger zu sein!   (aus der Innenseite des Buches)
Fortsetzung folgt …

Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

TZ – Interview

In der Münchner TZ ist heute ein Interview mit Ludwig Krammer nachzulesen.
Der “Blogger”, na ja. Ich schreib halt meinen Senf zu den Löwenspielen und sonstigen Vorgängen im Löwenrudel und mir gleichzeitig auch Freud und Leid (aktuell wieder sehr stark ausgeprägt) über unsere Löwen von der Seele, mehr nicht. Der Ludwig hat aber auch richtig gute Fragen gestellt. Er ist halt auch einer, der mit den Blauen mitleidet.
www.tz-online.de (Sport/1860)
Das Interview findet ihr unter “Pressestimmen Löwenblues”.
Nächste Woche werde ich die ersten kleinen Auszüge aus meinem “Sechzig Momente – eine Liebeserklärung an einen mehr als außergewöhnlichen Verein” hier reinstellen.
Das Buch mit 260 Seiten und 100 Fotos wird voraussichtlich in der ersten November-Woche wieder im Selbstverlag erscheinen.
Blau bleiben, ihr treuen Löwenfreunde, es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Nun also doch Markus von Ahlen

Heute haben sich die Verantwortlichen der Löwen gegen Bernd Schuster und für Markus von Ahlen ausgesprochen. Man hofft als Fan dieses einzigartigen Vereins mit seiner grandiosen Tradition schon inständig, dass sich nun eine neue Stabilität aufgrund der demonstrierten Kontinuität zeigen wird und die Mannschaft ihre Wechsel- und Launenhaftigkeit begräbt. Von Ahlen wird aus dem Status eines Interimscoaches ganz rasch herauswachsen müssen, um eine nachhaltige Teambalance, die für sportlichen Erfolg unabdingbar ist, aufzubauen.
Alle unsere guten Löwenwünsche begleiten ihn dabei!
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Fehlender Realitätssinn

Wenn man so die Interviews einiger Löwen-Spieler nach dem 0:2 bei dem zuvor 6 Spiele sieglosen VFR Aalen liest, dann stellt sich schon die Frage, ob einige die graue Wirklichkeit des Löwenherbstes 2014 schön färben möchten. Da ist von “ordentlichem Spiel” die Rede, von “fehlender Chancenverwertung”, von “eigener Dominanz.”
Die zahlreichen Löwenfans und ich im leider wieder einmal pyro-geräucherten Block auf der Ostalb haben wenig bis nichts davon gesehen, sondern eine Löwen-Elf, die – abgesehen von einer kleinen Drangphase zwischen Minute 65 und 80 – nicht mehr als ebenbürtig mit diesem Gegner war, der uns personell doch niemals das Wasser reichen dürfte.
Genau dieser fehlende Realitätssinn lähmt unseren Verein seit einem Jahrzehnt.
Die Spieler fahren – noch euphorisiert vom ordentlichen Fürth-Spiel und einem Wiesn-Besuch – im “Freundschaftsspiel-Modus” hinaus in die “Provinz” und schaffen es 90 Minuten lang nicht, eine den eigenen Möglichkeiten angemessene Gesamtleistung auf den Platz zu bringen. Mit einem Blick auf die Bewertungen der Fachpresse und des Münchner Boulevards bekommt man doch seit Wochen das Grausen, wie schlecht sich die meisten Spieler bislang in dieser Saison präsentieren. Noten mit einer 3 vor dem Komma sind da schon die große Ausnahme. Und dann wird von einem ordentlichen Spiel geschwafelt …
15 von 90 Minuten waren ordentlich, mehr nicht.
Und:  Noch nie seit dem Abstieg 2004 standen wir punktemäßig so schlimm da wie heuer. Zum Vergleich: 2007 hatten wir zum gleichen Zeitpunkt schon 18 Punkte und wären fast noch abgestiegen …
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert

Diese Mannschaft ist ein einziges Fragezeichen!

Trainerwechsel. Spielerwechsel. Präsidentenwechsel. Sportdirektoren-Wechsel.
Und jedes Jahr brüllen bei uns Löwen nur die Fans (heute über 2000 auf der Ostalb in Aalen) und raufen sich die Haare über ein “Team”, das sich nur eine Woche nach dem starken Heimspiel gegen Fürth wieder von seiner allerschlimmsten Seite zeigte und mitten hinein in die einzige eigene Drangphase nach kapitalen Abspielfehlern nicht einmal unverdient mit 0:2 verlor. Wie kann man sich innerhalb einer Woche so als einziges Fragezeichen präsentieren und diesen harmlosen Gegner, in dem die beiden 1860- “Auslaufmodelle” Ludwig und Feick (letzterer mit einem sehenswerten Linksschuss, wie er ihm wohl einmal in seinem Fußballer-Leben gelingt, natürlich gegen uns!)  das Spiel entschieden. Schauen wir auf die Mannschaftsleistung …
Adlung, Angha, Bedia, Kagelmacher ok, mehr aber auch nicht. Ortega langsam im Spielaufbau, keine Bank im Tor. Schindler, Okotie und Weigl knapp unterdurchschnittlich. Sanchez bemüht und schwach. Rama völlig unproduktiv und ohne Zug zum Tor. Wojtkowiak ohne Worte. Hölzern. Unbeweglich. Nie im Leben ein Außenverteidiger. Der eingewechselte Rodri mit einer Riesenchance zum 1:0. Kläglich.
Und der Trainer? Ohne Reaktion auf die schwache Tagesform einiger Akteure. Wechselte viel zu spät, setzte kein Zeichen an eine Mannschaft, die nicht nur für mich ein einziges Fragezeichen ist und im Gegensatz zu den Fans keinerlei Bundesligareife besitzt.
Wer in neun Spielen neun Punkte holt, der läuft Gefahr, gegen den Abstieg zu spielen.
Was für eine traurige Auswärtsfahrt nach Aalen. Ist diese Mannschaft untrainierbar?
Blau bleiben – es gibt keine bessere Farbe!

Veröffentlicht unter Leos Blau-derei | Kommentare deaktiviert